Branchen-Insider beim Volksbank-Frühstück:

Auch wenn das Geschäft stagniert, dürfen die bergischen Maschinenbauer optimistisch sein.

Bild: Die Volksbank-Vorstände Frithjof Grande (Vorstandsvorsitzender, r.) und Andreas Otto (l.) begrüßten mit Dr. Ralph Wiechers einen Insider der Maschinenbau-Branche.

Wenn es dem Maschinenbau gut geht, geht es vielen bergischen Unternehmern gut. Ein Experten-Blick auf die Branche ist für sie also besonders interessant – und so folgten am Mittwochmorgen zahlreiche Firmenchefs und Mittelständler aus der Region der Einladung der Volksbank Remscheid-Solingen eG zum Frühstück. Referent war Dr. Ralph Wiechers, bisheriger Chefvolkswirt des VDMA, dem „Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“. Jüngst wurde er in die Hauptgeschäftsführung des Verbandes berufen, der die mittelständischen Unternehmen der Investitionsgüterindustrie vertritt und berät.

Business-Smalltalk bei einer guten Tasse Kaffee, Informationen aus erster Hand bei Rührei und Brötchen – das sind die Zutaten der Volksbank-Frühstück-Veranstaltungen. Ralph Wiechers warf für die Gäste einen Blick auf einen starken Industriezweig in Zeiten des Wandels. „Maschinen- und Anlagenbau – weiter auf Erfolgskurs?!“ hatte er seinen Vortrag überschrieben.
Wiechers zeichnete das Bild einer Branche, die zurzeit in einer absolut untypischen Situation sei. Prägte bisher ein stetes Auf und Ab die Entwicklung im Maschinenbau, so befinde er sich zur-zeit in einer Phase der Stagnation. „Wir warten auf den Aufschwung, aber der kommt in Summe bei uns nicht an“, sagte Wiechers. In dieser durchaus angespannten Situation berichte jedes vierte Unternehmen über Auftragsmangel.

„Wir dürfen uns nicht zurücklehnen“, hatte Volksbank-Vorstand Frithjof Grande den Unter-nehmern zu Beginn mitgegeben – Volkswirt Wiechers bestätigte dies. Gleichwohl beruhigte der Branchen-Insider seine Zuhörer: „Wir dürfen dennoch optimistisch sein.“ Er sieht im Maschinenbau einen starken Industriezweig mit guten Voraussetzungen, gut ausgebildeten Leuten und der Fähigkeit, Probleme zu erkennen und zu lösen. Die Maschinenbauer selbst seien selbstbewusst und gut für den Wettbewerb aufgestellt. Der Weg zum Erfolg führe übers Exportieren, Spezialisieren und Produzieren, sagte Wiechers. Letzteres auch im Ausland, um das Wachstum dieser Länder vor Ort mitzunehmen. Und so stand am Ende für den Referenten fest: Fragzeichen und Ausrufzeichen habe beide ihre Berechtigung bei der Frage nach dem Erfolgskurs der Branche, das Ausrufzeichen ist für ihn aber erheblich größer.