Warum "Prost" out ist und ein fester Händedruck Charakter verrät

Von Friederike Arntz, 8b, Gertrud-Bäumer-Gymnasium

Quellenangabe Foto: M. Sieber

KNIGGE-WORKSHOP Gutes Benehmen ist keine Glückssache. Julia Broy verrät die wichtigsten Regeln.

"Wie kleide ich mich bei einem Bewerbungsgespräch?" Diese Frage hat uns die 38-jährige Julia Broy beim Knigge-Workshop in der Volksbank Remscheid-Solingen gestellt. Zu diesem Workshop konnten sich Achtklässler über den RGA bewerben: Einige Schüler bearbeiten im Deutschunterricht das Projekt "Zeitungstreff" und bekommen jeden Morgen die aktuelle Ausgabe des RGA in die Schule. Wir schreiben dann zu unterschiedlichen Themen Berichte, Meldungen, Kommentare, Porträts usw.

"Wie verhält man sich bei einer Bewerbung?", "Worauf muss man achten?", "Was zieht man am besten an?" oder "Wie verhält man sich bei einem richtigen Date?". Antworten auf diese Fragen erläuterte Julia Broy, Trainerin für Verkaufs- und Verhaltens-training der Volksbank Remscheid-Solingen, uns sechs Teilnehmern, die vom RGA ausgewählt wurden. Drei kamen aus dem Gertrud-Bäumer-Gymnasium, eine Schülerin aus dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und zwei von der Albert-Schweitzer-Realschule.

Der Rock darf nicht zu kurz sein - und beim Essen reicht ein Nicken

Es gab vieles, von dem ich noch gar nicht wusste, wie man es richtig macht. Beim ersten Eindruck ist es sehr wichtig, dass man immer viel lächelt, den Blickkontakt hält, immer locker bleibt und sich angemessen kleidet. Auch ein fester Händedruck verrät Charakter.

Mein Rock wäre für ein Bewerbungsgespräch "fünf Zentimeter zu kurz", erzählte uns Broy lachend. Der Rock sollte das Knie umspielen und der Rockschlitz nicht zu hoch sein. Interessant für mich war, dass man nach den heutigen Knigge-Regeln nicht mehr "Prost" sagt, sondern "Zum Wohle", auch nicht mehr "Guten Appetit" sagt, sondern der Gastgeber nickt, und auch nicht mehr mit dem Getränk anstößt. Eine Ausnahme ist es bei einer Hochzeit oder Silvester.

Auch überlegen musste ich, mit welcher Hand man isst, wenn man nur eine Gabel hat. Diese Frage stellte uns Julia Broy schmunzelnd. Mit rechts oder mit links? "Weder noch. Man isst ausschließlich mit Messer und Gabel!" Nach zwei Stunden kurzweiligen Informationen weiß ich mich jetzt jeder Zeit gut zu benehmen. Ich würde diesen Workshop jedem gerne weiter empfehlen.

© RGA, 04.12.2013