Neue Kita in Aufderhöhe eröffnet

INKLUSION Kinder mit und ohne Behinderung werden seit gestern gemeinsam in Aufderhöhe betreut.

Beim Betreten der Kindertagesstätte „Die kleinen Holzwürmer“ fällt sofort auf, der Name wird dem Gebäude gerecht. Der neu errichtete Holzbau an der Wiefeldicker Straße in Aufderhöhe besteht sowohl außen als auch innen zu großen Teilen aus dem natürlichen Material. „Wir sind ein Energiesparhaus“, meint Margit Benemann. Sie ist die Geschäftsführerin der Einrichtung und erklärt, Holz fördere die Frischluftzufuhr und habe eine beruhigende Wirkung. „Pro Mobil“, ein Verein für Menschen mit Behinderung, ist Träger des Projekts und hat auch in Heiligenhaus eine inklusive Kindertagesstätte errichten lassen.


SPENDE

ÜBERGABE

Am Eröffnungstag der Kindertagesstätte überreichte Andreas Brüser, Regionalleiter der Volksbank Remscheid-Solingen, zwei Traumschwinger im Gesamtwert von 1600 Euro als Spende. Die Geschäftsleitung freute sich außerdem über drei Bobbycars, die ebenfalls von der Volksbank gespendet wurden.


VEREIN

Der Verein Pro Mobil wurde 1969 aus einer Elterninitiative heraus gegründet. Gleichheit, Wertschätzung und Verantwortung sind seine Leitmotive. Sein Motto: „Wir leben und gestalten Inklusion“.
Seit gestern hat die Kita in Solingen ihre Türen für Kinder zwischen null und sechs Jahren geöffnet. Es sind bereits 58 angemeldet, neun davon haben eine Behinderung. „Die Inklusion ist uns ganz wichtig“, erklärt Benemann. „Bei uns ist alles barrierefrei, so dass auch Kinder im Rollstuhl alles erreichen können.“

Im „Allzweckraum“ können die Kinder entspannen oder sich austoben
Von der Volksbank Remscheid-Solingen erhielt die Kita am Eröffnungstag zwei Traumschwinger. Die „hängenden Sessel“ aus besonders flexiblem Material seien gerade für Kinder mit körperlichen Einschränkungen sehr angenehm, so Benemann. Sie hängen nun im „Allzweckraum“ der Kita, in dem die Kinder entspannen oder toben können. Benemann hofft auf weitere Spenden für Therapiematten und eine Sprossenwand. Eine „Kuschelecke“ wolle sie auch noch einrichten.
Bis zur offiziellen Eröffnungsfeier in vier bis fünf Wochen kommen die angemeldeten Kinder nach und nach in die Kita. „So haben wir einen Monat Eingewöhnungszeit“, erklärt Jo Stüpp, der Leiter der „kleinen Holzwürmer“. Er ist ausgebildeter Erzieher und begeistert vom Konzept der Einrichtung.
Insgesamt hat die Kita Platz für 70 Kinder. Die Kinder werden in vier Gruppen eingeteilt. Nach dem Alter und nach dem Stundenbudget, für das sie angemeldet sind. „Der Großteil nutzt das Ganztagsangebot“, erklärt Stüpp. „Die Gruppe der unter Dreijährigen ist uns sehr wichtig“, erklärt Benemann. Und Stüpp bestätigt: „Der Trend geht ganz eindeutig dahin.“ Der Grundgedanke der Inklusion habe ihn gereizt „mitzuhelfen“. „Alles, was wir hier haben, ist für jeden nutzbar“, betont Stüpp.
Finanziell unterstützt wurde der Bau der Kita von „Aktion Mensch“ und der Stiftung „Wohlfahrtspflege“. Wer noch spenden möchte, so Stüpp, sei „herzlich eingeladen“. Es wird außerdem ein zusätzlicher Mitarbeiter gebraucht. „Wir stellen gerne jemanden ein, der selbst eine Behinderung hat“, erklärt Benemann. Voraussetzung sei die erzieherische Ausbildung.
So spiegelt sich das Konzept der Kita in der gesamten Einrichtung wider.

© Katharina Billigmann, Solinger Tageblatt, 05.09.2013