Antibiotika-Leitfaden für niedergelassene Ärzte

Volksbank unterstützt Kampf gegen gefährliche Keime

Bild: Gabriele Hötte, bei der Volksbank zuständig für die Betreuung der Freien Berufe, zu denen auch die Ärzte gehören, mit dem neuen Antibiotika-Leitfaden.

Ein Antibiotikum ist nach Auffassung vieler Patienten das Allheilmittel schlechthin, bei einem Husten genauso wie bei einer Harnwegsinfektion. Und viele Ärzte erfüllen diese Erwartung, manchmal auf Druck der Patienten, und verschreiben diese Medikamente häufig. Mit fatalen Folgen, sagen die Remscheider Ärzte Dr. Man-fred Stephan, Sprecher des Netzwerks „Regionale Offensive gegen Erreger mit Resis-tenzen“ (Roger), und Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Neveling. Denn die Zahl der Keime, die gegen bestimmte Antibiotika resistent sind und deswegen nicht oder nur schwer bekämpft werden können, ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.
In Remscheid baut das Netzwerk Strukturen im Kampf gegen die Keime auf. Ein wich-tiger Ansatz sei es, die Ärzte für das Thema Antibiotika-Gabe zu sensibilisieren und sie zu einem rationellen und dosierten Umgang mit Antibiotika bringen, sagt Frank Neveling. Ein Hilfsmittel dafür stellten die Netzwerker jetzt in den Räumen der Volksbank Remscheid-Solingen eG vor: den Antibiotika-Leitfaden.
Entstanden in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Aachen listet er die gän-gigsten Infektionskrankheiten, ihre Erreger und das wirksamste Antibiotikum auf. Das Mini-Handbuch in Notizblockgröße passt in jede Kitteltasche und ist damit schnell zur Hand. In einer Auflage von 350 Stück soll es an die Ärzte in Remscheid verteilt werden.
Finanziell ermöglicht wurde die Produktion des Leitfadens durch die Volksbank. „Es geht schließlich um ein für die Allgemeinheit wichtiges Thema“, sagt Vorstandsvorsit-zender Frithjof Grande, „deswegen haben wir das Projekt gerne unterstützt.“ Und das bereits zum zweiten Mal: Nach der Erstauflage 2013 wurde der Leitfaden nun aktuali-siert. Das ist wichtig, sagt Frank Neveling, denn die Resistenzlage ändert sich alle paar Jahre.
Bei den Remscheider Ärzten ist der Leitfaden gut angekommen. „Ich benutze ihn auch immer wieder, wenn ich Notdienst habe“, berichtet Neveling aus der Praxis. Das Rem-scheider Beispiel habe zudem Schule gemacht: Ärzte aus Düsseldorf, Hamburg und Bayern haben daran Interesse gezeigt.
Netzwerk-Sprecher Manfred Stephan hofft, dass nicht nur seine Kollegen für das wich-tige Thema sensibilisiert werden, sondern auch die Patienten: „Viele werden heute krank und wollen gestern schon wieder gesund sein“, sagt er. „Das geht nicht, erst recht nicht mit einem Breitbandantibiotikum.“ Und noch auf einer andere Ebene kann jeder dazu beitragen, dass sich Keime nicht vermehren, empfiehlt Stephan: Indem er sich die Hände nicht nur gründlich wäscht, sondern auch regelmäßig desinfiziert.