400 Fußballfreunde erleben unterhaltsamen Abend mit Uwe Seeler

Olaf Thon, Uwe Seeler und Rainer Bonhof gehörten zu den Größen des deutschen Fußballs, die den WM-Talk maßgeblich prägten.

Von Andreas Dach

Sie können die Sektflaschen schon mal kalt stellen. Geht es nach Uwe Seeler, kann der Fußball-Weltmeister nur Deutschland heißen. Beim großen WM-Talk, gleichermaßen liebevoll wie professionell inszeniert von der Volksbank Remscheid-Solingen, legte sich der Ehrenspielführer am Mittwochabend im Schützenhaus fest.

"Gerade in vermeintlich aussichtslosen Situationen sind wir gut", ließ sich der 72-fache Nationalspieler von Moderator Manfred Breuckmann entlocken.

Nicht nur die HSV-Legende, sondern auch weitere ehemalige Klasse-Spieler sind davon überzeugt, dass Deutschland es aller Skepsis zum Trotz schafft. Wie Ex-Schalke-Star Olaf Thon ("Wir müssen uns ins Turnier kämpfen") und wie Leverkusens früherer Abwehrchef Jens Nowotny: "Um Weltmeister zu werden, braucht man Qualität - die haben wir!" Nur Rainer Bonhof, 2. Vorsitzender des VfL Borussia Mönchengladbach, sieht in Gastgeber Brasilien den "Titelgewinner."

Den Worten von Frithjof Grande folgten auch die Taten

Was war das für ein Abend gewesen, welcher die gut 400 Gäste des Geldinstituts nicht nur einmal von den Stühlen riss. Sie förmlich in Entzückung stürzte. Weil der Begrüßung von Volksbank-Chef Frithjof Grande ("Das ist heute ein Heimspiel für uns, welches wir gewinnen") Taten folgten. Es wurde gefachsimpelt und gescherzt. Mit einer genialen Mischung aus Comedy und und Hintergrundwissen. Am liebsten wären die Besucher gar nicht mehr nach Hause gegangen. Doch irgendwann - deutlich nach 21.30 Uhr - musste Schluss sein. Manch einem dürften Anekdoten und Vertrauliches noch eine ganze Zeit über die Bettdecke gelaufen sein.

Zum Beispiel die Kunde, dass Uwe Seeler aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Südamerika reisen wird. Er sagte: "Ich muss mich erst mal wieder gesund machen." Und scherzhaft: "Vielleicht muss ich ja für den HSV noch einmal auflaufen." Rainer Bonhof gab zum Besten, dass die heutzutage scheinbar unverzichtbaren Psychologen im Fußball "zu meiner Zeit noch Pfarrer hießen".

Auch Breuckmann, erklärter Schalke-Fan, gab Insider-Kenntnisse preis. Ihm sei das Gerücht zugetragen worden, dass der umstrittene BVB-Star Kevin Großkreutz bei seiner Pinkel-Aktion im Hotel sein Geschäft "sogar von einer Ballustrade" verrichtet habe.

Natürlich kam auch das Gespräch auf einen Solinger. Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach ist bekanntlich in den WM-Kader gerutscht. Bonhof: "Er ist eine Lauf-Maschine. Irgendwann wird sich die Tür für ihn bei der WM einsatzmäßig öffnen." Das glaubt auch Olaf Thon: "Christoph hat sich die Nominierung redlich verdient."

Letzterer gab auch zum Besten, dass er sich eine Kombination aus Jupp Heynckes und Thomas Tuchel auf dem Bundestrainerposten prima vorstellen könne. Alle waren sich aber einig: "Jogi Löw hat unser Vertrauen absolut verdient."

 

veröffentlicht im RGA am 05.06.2014