Porsche-Mann referiert über Konzepte und Erfolgsfaktoren

Gute Laune: Frithjof Grande, Till Friedrich und Andreas Otto (v. li.) gestern nicht vor der Müngstener Brücke, sondern in der Klosterkirche. Foto: Roland Keusch

Seinen Vortrag hatte er längst beendet. Ganz entspannt genehmigte sich Till Friedrich ein halbes Brötchen und eine Tasse Kaffee. So wie es sich bei einer Einladung zu einem Frühstück gehört. Der 46-jährige war dem Lockruf der Volksbank Remscheid-Solingen eG gefolgt, um Unternehmer und Unternehmerinnen der Region die Marke Porsche als Vorbild zu präsentieren und daraus Konzepte und Erfolgsfaktoren für alle Branchen abzuleiten.

Dazu brachte er den Vertretern vieler mittelständischer Unternehmen bereits am frühen Morgen in der Klosterkirche die "Operative Excellenz" näher.

Genau damit konfrontiert Friedrich seit seinem Einstieg bei der Porsche Consulting GmbH im Jahr 2001 regelmäßig neugierige Zuhörer. Derzeit verantwortet er als Partner die Branchen Produktion, Logistik, Auftragsplanung und -steuerung. Er weiß also, wovon er spricht.

Zurück zum Kaffee danach. Eindringlich hatte der Ehemann und Vater zuvor Transparenz eingefordert, hatte Verbindlichkeit angemahnt und den (Porsche-)Schlüssel zum Erfolg mehrfach dynamisch in Wort und Bild umgedreht. Mit Beispielen, Ideen und Maßnahmen garniert.

Was er nicht verraten hatte: Welche Maßnahme hält er persönlich für die effizienteste, um den Willen und die Fähigkeit herauszukitzeln, auf den Punkt genau Spitzenleistungen zu erbringen? Eben die "Operative Exzellence" auf den Weg zu bringen. Die Antwort auf privater Gesprächsebene kam ganz spontan: "Herzblut und Leidenschaft müssen geweckt werden. Dazu muss man den Mitarbeitern den Rücken freihalten." Bedeutet: Die beste Planung nutzt nichts, wenn sie nicht effektiv umgesetzt werden kann. Frei von irgendwelchen Nebengeräuschen.

Die Begeisterung der Mitarbeiter
gilt als ganz entscheidend

Sicher nicht neu. Sicher nicht komplett ungewöhnlich. Und doch sorgte die präzisierte Darstellung für viel Nachdenklichkeit. Bestimmt auch bei IHK-Präsident Thomas Meyer, der zu den Gästen gehörte und von Frithjof Grande und Andreas Otto als Volksbank-Chefs explizit begrüßt worden war. "Entscheidungen werden durch Emotionen geweckt", bekam auch er zu hören. "Wenn Mitarbeiter begeistert werden können, verändern sie ihr Verhalten."

Da nickte auch Frithjof Grande zustimmend, der eine ganz persönliche Beziehung zum Porsche offenbarte. "Vor einem runden Geburtstag hat mich meine Familie gefragt, was ich mir wünsche. Ich habe gesagt, eine historische Vespa oder einen Porsche. Jetzt fahre ich eine Vespa." Ein kleiner Trost für den Vorstand-Chef: Seit gestern kennt er immerhin schon mal das Porsche-Erfolgsgeheimnis.

 

© Andreas Dach, RGA. 06.02.2014