Schweres Thema leicht serviert – Prof. Dr. Jens Weidner sprach beim Volksbank-Symposium über junge Gewalttäter und ihre Behandlung

Bild: Die Volksbank-Vorstände Andreas Otto (Vorsitzender, l.) und Lutz Uwe Magney (r.) begrüßten Prof. Dr. Jens Weidner als Referenten des Damensymposiums in der Klosterkirche.

Prof. Dr. Jens Weidner hat in seinem Berufsalltag mit Menschen zu tun, denen die meisten anderen lieber nicht begegnen möchten: mit Gewaltverbrechern, Drogendealern, Serieneinbrechern, Betrügern – kurz: mit Kriminellen, verurteilten Straftätern. Ihre Behandlung und Beurteilung ist ein Aufgabengebiet des Professors für Kriminologie und Erziehungswissenschaft.
In diese Welt nahm der Referent des Volksbank-Damensymposiums jetzt über 200 geladene Kundinnen der bergischen Bank mit – und schaffte es, einen Abend zu gestalten, der durchaus unterhaltsam und nicht bedrückend war. „Ich hoffe, Sie haben schwarzen Humor“, hatte Weidner seinem Vortrag vorausgeschickt. Vielleicht ist dies der einzige Weg, sich diesem Thema zu nähern. An diesem Abend stand das Thema Jugendkriminalität, insbesondere jugendliche Intensivtäter, im Mittelpunkt. Professor Weidner erzählte Geschichten und brachte damit Fakten rüber. Und am Ende hatten die Zuhörerinnen verstanden, warum es sich für Justiz, Polizei, Schulen, Jugendhilfe, Soziologen und Psychologen lohnt, sich um Intensivtäter intensiv zu kümmern: Denn acht Prozent der jungen Straftäter zwischen 14 und 24 begehen 65 Prozent der Straftaten. „Wenn man diese Intensivtäter behandelt, reduziert man die Kriminalität substantiell.“ Wichtigster Schlüssel für Weidner ist dabei, den Tätern Mitgefühl für ihre Opfer zu vermitteln. „Nur wenn wir das Opferleid in die Seelen der Täter einarbeiten können, hören sie mit der Gewalt auf.“ Die Frauen im Publikum, die womöglich schon einmal Opfer geworden sind, ermutigte er zum Abschluss, nicht in der Opferrolle zu verharren: „Die Täter haben Ihr Opferleid nicht verdient.“
Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Remscheid-Solingen eG, Andreas Otto, zollte Professor Weidner am Ende Dank und Respekt: „Sie haben dieses schwierige Thema so rübergebracht, dass man nicht geduckt hier sitzt, und zugleich alle wichtigen Punkte herausgearbeitet.“ Der Applaus der Zuhörerinnen war lang, und beim anschließenden gemütlichen Teil wurde offenbar, dass der Vortrag für viel Gesprächsstoff gesorgt hatte.