Wer am 24. September das erste Heimspiel der HG Remscheid gegen die Spfr. Hamborn besucht, wird sich an viele neue Gesichter gewöhnen müssen. Im Kader hat es einen deutlichen Umbruch gegeben, das Durchschnittsalter ist erheblich gesunken.
"Wir wollen so etwas wie Borussia Dortmund oder Mainz 05 im Handball werden", betonte der HGR-Vorsitzende Ralf Hesse bei der Präsentation der Neuzugänge in den Räumen der Volksbank Remscheid-Solingen.
Dabei haben die Remscheider aus der Not eine Tugend gemacht: "Wir haben uns aus finanziellen Gründen für eine junge Truppe entschieden. Wichtig war, dass wir jetzt hungrige Spieler haben, die leistungswillig sind und die man selbst nachts anrufen kann, falls sie gebraucht werden", sagte Hesse. Das dürfte auch ganz nach dem Geschmack von HGR-Trainer Mike Novakovic sein, der in der kommenden Saison auf Power-Handball setzen will.
"Wir werden uns schneller und attraktiver präsentierten", ist sich Novakovic sicher. Allerdings sind die Verantwortlichen bezüglich des Saisonziels derzeit vorsichtig. "Im letzten Jahr haben wir gesagt, wir wollen aufsteigen", blickte Hesse zurück, der nun von einem einstelligen Tabellenplatz spricht. "Mehr wollen wir nicht einfordern, um den jungen Kader nicht unter Druck zu setzen."
Knut Niegetiet, der vom Drittligisten TuS Wermelskirchen kommt, ist im Kreis der Neuzugänge mit 29 Jahren der mit Abstand Älteste. "Ich war mit meiner Situation beim TuS nicht mehr zufrieden, weil ich oft nur noch auf der Bank saß. Ich freue mich jetzt auf die HG Remscheid. Und Thomas Zeller hat auch nur Gutes berichtet", sagte Niegetiet, der allerdings zunächst noch nicht an der Seite von Zeller spielen kann. Novakovic: "Thomas fällt noch bis nach den Herbstferien aus." Anders als Lars Henkels, der auch vom TuS kam und nach einer vierwöchigen Verletzungspause wieder im Training ist: "Und ich habe wieder richtig Lust auf Handball."
Große Vorfreude herrscht auch bei den weiteren Neuzugängen Philipp Hinkelmann (Tbd. Wülfrath), Michael Heimannsfeld (Leichlinger TV) und Alexander Zapf (HSG Radevormwald/Herbeck). Neu im Trainerstab ist Timo Meier, der in erster Linie für den Fitnessbereich zuständig ist. "Und in der Vorbereitung haben alle toll mitgezogen", erklärte Meier, der auch verdeutlichte, dass er mit seinem Programm neue Wege eingeschlagen hat, und die allseits beliebten Waldläufe an der Talsperre nicht stattgefunden haben.
Ohne Druck soll auch die Arbeit der zweiten Mannschaft und im Jugendbereich angegangen werden. "Allerdings soll es auch hier leistungsorientierter zugehen", sagte Kai Müller, der bekanntlich als Jugendkoordinator arbeiten wird.
Eine Baustelle gibt es aber weiter bei der HGR: Die Suche nach einem zweiten Torhüter ist noch nicht abgeschlossen. Am heutigen Donnerstag entscheidet sich, "ob ein sehr erfahrener Mann zu uns kommt", erklärte Hesse. Ansonsten hat die HGR auch da einen Youngster an der Angel.
Die Vakanz auf der Position zwischen Pfosten ist bekanntlich erst durch den Abschied von Carsten Mundhenk zum TV Strombach entstanden. Neuerdings kann sich der Mittelrhein-Landesligist über einen weiteren Ex-HGR-Spieler freuen. Jacek Krajnik hat seine Zusage gegeben und bereits die ersten Trainingseinheiten absolviert. "Ich habe sogar ein Auto zur Verfügung gestellt bekommen", so Krajnik, der die 40 Kilometer Anreise gerne in Kauf nimmt.
© Peter Kuhlendahl und Fabian Herzog , rga online portal, 08.09.2011