Betrug an EC-Automaten

Die Fälle von Skimming, also der Diebstahl von Bankdaten, nehmen in Düsseldorf und im Kreis Mettmann weiter zu. In Hilden gab es seit Jahresbeginn drei Fälle und in Haan einen. Die Dunkelziffer ist hoch.

 

Tatort Geldautomat: Mit Hilfe eines Lesemoduls und einer Kamera, die er in der Filiale der Dresdner Bank (eine Marke der Commerzbank) am Neuen Markt in Haan unauffällig montiert hatte, konnte ein Unbekannter über Pfingsten die Kartendaten und PIN-Nummern von Kunden ausspähen.

Daraufhin sperrte die Bank 150 EC-Karten – von denjenigen, die einen Tage vor und einen Tag nach den Vorfällen am betroffenen Automaten Geld gezogen hatten. Das bestätigte Commerzbank-Sprecher Heribert Klein. Schäden entstehen Kunden nicht.

"Unbefugte Kontoverfügungen sind in diesen Fällen zu 100 Prozent versichert." "Die Zahl der Fälle im Kreis Mettmann steigt", sagt Frank Sobotta, Sprecher der Kreispolizeibehörde Mettmann. In Hilden habe es seit Jahresbeginn drei Fälle (Manipulationen oder Versuche) gegeben, in Haan bisher nur den einen. 

 

Info Notfallnummer

Sofern festgestellt wird, dass die eigene Karte durch eine Geldautomatenmanipulation kopiert wurde, sollte man diese direkt sperren lassen.

Unter der folgenden Nummer ist das für den Großteil der deutschen Banken, Sparkassen und Volksbanken 24 Stunden täglich kostenfrei möglich: Tel. 116116.

Sperren aus dem Ausland: Tel. +49 116116. 

 

Anfällig für Dublettenbildung

Während manche Banken dazu übergehen, nachts die Selbstbedienungsbereiche zu schließen, geht die Stadt-Sparkasse Haan den entgegengesetzten Weg. "Es ist für uns wichtig, den Kunden 24 Stunden lang Service zu bieten", sagte Vorstandsmitglied Udo Vierdag. Die Zugangs-Kartenleser an den Eingangstüren sollen in den nächsten Tagen deaktiviert werden, weil diese Geräte "anfällig für Dublettenbildung" seien.

Die Sparkasse Hilden/Ratingen/Velbert schließt zwischen Mitternacht und 5.30 Uhr ihre Selbstbedienungscenter. Denn die Ruhe der Nachtstunden nutzen Kriminelle, um die Manipulationseinrichtungen zu installieren.

 

Im Rahmen von Ermittlungen hat die Polizei schon mehrfach Tätern bei der Arbeit zusehen können: Überwachungskameras hielten die "Turnübungen", so Sobotta, fest, die die Datendiebe beim Installieren von Kameras vollführen mussten. Selbst wenn es gelinge, diese Täter festzunehmen, so lasse sich ihnen oft nur schwer etwas anlasten, hadert der Polizist.

Sobotta weiß, dass die durch die Gerätemanipulationen gewonnenen Kontodaten in kürzester Zeit per Computer in andere Länder verschickt werden. Dort werden Duplikate der ausgespähten EC-Karten hergestellt. Vielfach in Südosteuropa und im afrikanischen Raum werden dann Abhebungen getätigt. Zum einen dauert es aus diesen Regionen länger, bis Buchungsposten bei der Hausbank eingehen und zum anderen funktionieren nachgemachte Karten an Geldautomaten in Deutschland und in der EU nicht. 

 

Wettlauf zwischen Gut und Böse

Die Volksbank Remscheid/Solingen mit Filialen auch in Hilden und Haan hat ihre Geldautomaten mit "Anti-Skimming-Nasen" versehen, die Anbauten am Karteneinschub erschweren, berichtete Marketingleiter Jens Hübner. Die Deutsche Bank rüstet ihre Geldautomaten in nächster Zeit auf eine neue Technik um, ließ Mike Schweitzer, Pressesprecher der Deutschen Bank, wissen.

 

© RP Hilden/Haan, RALF GERAEDTS 12.06.2010

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