6000 Jugendliche aus Remscheid, Wermelskirchen, Hückeswagen, Solingen und Wuppertal erwartet Holger Schödder zum Remscheider Ausbildungsmarkt "RAM". Der Schulleiter des Berufskollegs Technik hat gestern und heute zum sechsten Mal zusammen mit den anderen Remscheider Schulen und den Wirtschaftsjunioren dazu in das Kolleg eingeladen. 

 

Aussteller decken Bandbreite der bergischen Wirtschaft ab Die Firmen stellen dabei wieder die ganze Bandbreite der bergischen Wirtschaft vor: Werkzeug- und Maschinenhersteller, Banken und Versicherungen, Metall- und Gesundheitsbranche sowie städtische Betriebe. Sogar die Bundeswehr und elf Hochschulen präsentierten sich. 

 

Der Ablauf der zwei Tage ist im sechten Jahr ein Ritual geworden: Am Freitag kommen die Schulen, für die Schüler der Abschlussklassen ist der Besuch Pflicht. "Das merkt man auch", sagt Wolfgang Hunker. Er ist Ausbildungsleiter für den gewerblichen Bereich bei "Elotherm", "aber das ist nicht schlimm, für viele soll der Markt auch eine erste Orientierung sein, welche Firmen mit welchen Berufen es überhaupt gibt." 

 

Am Samstag erwartet er diejenigen, die für dieses oder nächstes Jahr Ausbildungsstellen suchen, schon wissen was sie machen wollen und die Bewerbungsunterlagen unterm Arm haben. 

 

Und es gibt noch freie Plätze: Rund 400, die zum 1. August oder 1. September zu besetzen sind, haben Christina Plavic und Marc Anderlohr von der Bundesagentur für Arbeit mitgebracht und ausgehängt. Sie wissen, dass vor allem das Handwerk erst sehr spät die Stellen ausschreibt. 

 

"Wenn wir den Horizont erweitern, haben wir viel erreicht." Holger Schödder, Schulleiter.

 

Anders sieht es bei den Banken aus - die Volksbank Remscheid Solingen zum Beispiel hat ihre Stellen schon besetzt. Aber um ein Praktikum für kommende Ferien zu vereinbaren, sind Jugendliche gerne am Stand gesehen. 

 

"Natürlich ist es etwas anderes, wenn sich jemand bei uns bewirbt, den wir kennen. Da wissen wir, ob er ins Unternehmen passt", sagt Jens-Henrik Hübner, denn man sei schließlich ein Dienstleistungsunternehmen. Hübner ist Kommunikationsmanager der Bank und hat noch andere Motive auf dem RAM zu glänzen: Image-Pflege. 

 

Er hat festgestellt, dass die Banken an Renommee verloren haben: "Investment-Banking und das Privatkunden-Geschäft werden vermischt." Jugendliche fragen nach Geld und irgendwelchen Stellen Wie bei vielen anderen Ausstellern auch, haben bei "Gira" neben Ausbildungsleitern vor allem derzeitige Azubis den Jugendlichen Rede und Antwort gestanden.

Sie haben vor allem zwei Fragen immer wieder gehört: "Wieviel verdient man?" und "Haben Sie noch 'irgendeinen' Ausbildungsplatz?" Wirkliches Interesse für die Firma hätten nur sehr wenige Jugendliche mitgebracht. 

 

Aber "wenn wir den Horizont ein wenig erweitern konnten, haben wir schon viel erreicht", zieht Holger Schödder für den Freitag Bilanz, für ihn ist der sechste RAM ein voller Erfolg. Auch weil er 103 Aussteller und 61 Redner begrüßen konnte. 

 

© rga Bastian Hamacher 18.02.2011

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